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Innovative Entgratlösungen für hochkomplexe Weltraumtechnik

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Bereich des Prototypenbaus, hat sich die Firma Seiffer & Steiner Präzisionsteile GmbH in Lauffen am Neckar über die Deutschen Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Für namhafte Kunden aus der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, sowie aus den Bereichen Medizin und Maschinenbau wird das vorhandene Know-how eingesetzt, um teilweise schon in der Planungsphase zusammen mit dem Kunden die geforderten Bauteile zu entwickeln und über die diversen Evolutionsstufen für die Serienreife vorzubereiten. Für hochspezielle Anwendungsfälle in Nischenbereichen wird aber oft keine größere Serie erreicht, sodass sich alles in Kleinstserien oder einigen wenigen Teilen abspielt. 

Gerade dafür werden aber oft die höchsten Qualitätsanforderungen an das Bauteil gestellt, vor allem wenn diese später in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden. So wurden nicht nur bereits spezielle Leisten für einen großen europäischen Flugzeugbauer entwickelt, sondern aktuell auch hochkomplexe optische Sensorbauteile, die in Satelliten zum Einsatz kommen werden. Da hierbei höchste Präzision und Fertigungsqualität die Voraussetzungen sind, war die komplett maschinelle und gratfreie Herstellung obligatorisch. Doch gerade bei der maschinellen Entgratung der vielen Bohrungen mit teilweise asymmetrischen und gewölbten Konturen, sowie der Bearbeitung der Oberflächen, war Seiffer & Steiner auf entsprechende Werkzeuglösungen angewiesen, auf die bis dato noch nicht zurückgegriffen werden konnte. Ein Messebesuch auf der Deburring Expo in Karlsruhe und der daraus resultierende Erstkontakt zu KEMPF sollte dies nachhaltig ändern.

Lange Standzeiten - auch bei Titan

Ein Novum und ein Alleinstellungsmerkmal des Back-Burr Cutter & Path Entgratsystems liegt dabei im NC-Datensatz, der standardmäßig während der Bearbeitung gleichzeitig den Fräser-Schnittpunktes zum Bauteil verlagert, sodass einem punktuellen Verschleiß vorgebeugt und eine immense Standzeiterhöhung erreicht wird. Zudem sorgt auch die AlTiCrN-Beschichtung dafür, dass der Fräser selbst bei Titan über einen langen Zeitraum hinweg die gleiche Performance leisten kann. Wichtige Voraussetzungen also, um genau bei diesem Satelliten-Bauteil zum Einsatz zu kommen. Durch die Komplexität der inneren Bohrungskontur der Hauptbohrung wurde extra ein „Special Path“ programmiert und ein Kugelfräser mit Durchmesser 3,8 mm verwendet. Der schlanke Schaft sorgt dabei für den nötigen Zugang, um die gesamte Kontur ohne Kontakt zur Außenfläche abfahren und bearbeiten zu können. Um das perfekte gratfreie Ergebnis zu erreichen, wurden bei diesem Bauteil in Summe fünf Entgratwerkzeuge eingesetzt, sodass die hohen Qualitätsanforderungen ohne jegliche manuelle Nachbearbeitung erreicht wurden.

„Erst durch den Einsatz von Keramikwerkzeugen und dem Back-Burr Cutter & Path Entgratsystem wurde das gewünschte Ergebnis erreicht."

Bild: Ausschnitt des optischen Sensorbauteils

Gut zu erkennen ist die mit dem Back-Burr Cutter & Path Entgratsystem entgratete Innenkontur der Hauptbohrung sowie die mit der Keramikfaser-Bürste des abrasivsten Typs (blaue Bürste) BÜA32-CB15M bearbeitete Oberfläche des Anbauflansches. Die Bohrungsaustritte der kleinen Querbohrungen wurden mit einer Cross-Hole Bürste BÜCH-A33-7M (blau) mit Durchmesser 7 mm prozesssicher entgratet.

Bild: Die gefräste Tasche

Die gefräste Seite an der Außenseite des Kameraträgers oberhalb der Aussparung für die Kamera - um die Kontur zu entgraten, wird die gesamte Fläche einfach mit einer Oberflächen-Bürste mittlerer Abrasivität (rot) des Typs BÜA11-CB25M abgefahren. Durch die Verwendung des KEMPF PKD-Standardfräsers KF910 wurde zudem eine gratminimierter Fräsprozess implementiert, der die Standzeit des Fräsers und der Oberflächen-Keramikbürste mit Durchmesser 25 mm um ein Vielfaches erhöht.